Vorsitzende des Kuratoriums Sport & Natur der letzten 25 Jahre - v.l. Winfried Hermann, Dr. Heiner Geißler, Prof. Franz Brümmer

Das Kuratorium Sport & Natur trauert um seinen Ehrenvorsitzenden

 

Dr. Heiner Geißler - Natursportler, Vermittler, Politiker

 

Dr. Heiner Geißler prägte als Politiker die letzten 40 Jahre mit außergewöhnlichem Engagement. Auch für den Natursport setzte er sich als aktiver Bergsteiger und Gleitschirmflieger ein. Heiner Geißler verstarb im Alter von 87 Jahren am 12. September 2017.

Mit ihm verliert das Kuratorium Sport & Natur eine wichtige Stimme für den Natursport und den Erhalt der Natur.

 

Im Frühjahr 1992 kam es zu hochemotionalen Auseinandersetzungen zwischen Naturschutz und Natursport. Auslöser waren Sperrungen von vielen Klettergebieten, Flugverbote für die Gleitschirmzunft und Befahrungsverbote für Kanuten.

Einige Natursportverbände beschlossen gemeinsam die Gründung einer „Notgemeinschaft“ um den Zugang der Natursportler zu ihren Aktivitätsräumen und die natur- und landschaftsverträgliche Gestaltung des Sports in der freien Landschaft zu sichern, gleichzeitig aber auch, um als Partner des Naturschutzes für den Erhalt naturnaher Räume aktiv einzutreten.

 

An die Spitze des gegründeten Kuratoriums Sport & Natur trat 1992 der aktive Bergsteiger und Gleitschirmflieger Heiner Geißler.

Sein Einsatz war derart unermüdlich, dass er nach einem Gleitschirmunfall die Gründungssitzung in seinem Bonner Büro aus der Krankenliege leitet.

 

Bis es soweit kam, dass Natursport als Erholung ein allgemeiner Grundsatz im Bundesnaturschutzgesetz wurde, galt es in seiner langen Amtszeit im Sinne seiner Gemeinwohlorientierung viele Interessen zu einen.  

Nimmermüde wurden Konfliktparteien an einen Tisch geholt und an der Praxistauglichkeit einer echten Vereinbarkeit von Sport und Naturschutz gearbeitet.

 

Seit 25 Jahren arbeiten dank Heiner Geißlers Einsatz nunmehr 21 Verbände zusammen und sind die einstigen Kontrahenten Natursport und Naturschutz mittlerweile zu Partnern geworden. Heiner Geißler ist es auch zu verdanken, dass im Vorstand des Kuratoriums Sport und Natur neben den Vertretern aus den Natursportverbänden auch Sportpolitiker über Parteigrenzen hinweg zusammenarbeiten.

 

PARLAMENTARISCHES SPORTFRÜHSTÜCK AM 18.5.2017

In einer enorm erfreulich großen Runde mit 19 Abgeordneten und deren MitarbeiterInnen und 25 VerbandsvertreterInnen wurden die drängendsten Anliegen des Natursports thematisiert. In Kürze:

  • Sportaktive sind Viele und wollen Partner sein!
  • Sport muss frühzeitig eingebunden sein!
  • Das Betretungsrecht ist höchstes Gut - bewahren wir es!

BEFAHRUNGSVERBOT DER NIDDA BLEIBT

Mit Unterstützung zahlreicher Kanutinnen und Kanuten hatte der Hessische Kanuverband gegen ein Befahrungsverbot auf zwei renaturierten Abschnitten der Nidda geklagt, nun liegt die enttäuschende Entscheidung des Hessischen Verwaltungsgerichtshofs vor. Das Gericht hatte dem Schutz der Naturgüter einen höheren Stellenwert zugemessen als dem Anspruch auf natur- und landschaftsverträglich ausgeübten Kanusport.

DANKE ALPENPLAN

Das Bayerische Kabinett hatte Ende März gegen allen Protest entschieden, den zum Landesentwicklungsplan gehörenden Alpenplan zu verändern. Damit wurde auf verheerende Weise der Weg für die umstrittene Skischaukel am Riedberger Horn im Oberallgäu frei gemacht. Der Alpenplan hat seit 40 Jahren den Bayerischen Alpenbogen vor Übererschliessung geschützt.

3 x 3 DER BETEILIGUNG

Im Auftrag des Umweltbundesamtes hat das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) ausgewählte Beteiligungsprozesse bei Großprojekten analysiert und daraus eine Handlungsempfehlung geformt, die u.a. zu dem Ergebnis kommt, dass
Öffentlichkeitsbeteiligung Struktur und Konzept braucht. Ausserdem braucht der Austausch zwischen Vorhabenträgern, Genehmigungsbehörden, Interessensverbänden und Bürgerschaft eine neue Dialog- und Kommunikationskultur. Wir können nur zustimmen.

WASSERSPORT UND BLAUES BAND

Anlässlich der Wassersportmesse boot 2016 in Düsseldorf drücken die Spitzenverbände des Wassersports, der Wassersportwirtschaft und aus dem Tourismus ihre Besorgnis aus, mit der Umsetzung des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ traditionelle Reviere schon bald nicht mehr nutzen zu können. Zugleich setzen sie sich für ein verstärktes Miteinander von Wassersport und Naturschutz auf den deutschen Fließgewässern ein.

PFERDESPORT GELEBTER NATURSCHUTZ

in weiten Bereichen
Deutschlands ist die Pferdehaltung mittlerweile zum alleinigen Grund für die Erhaltung des Dauergrünlands geworden. Auch ist Pferdezucht und -haltung eine der umweltverträglichsten Formen der landwirtschaftlichen
Betätigung, kommt sie doch ohne den Einsatz von
Fungiziden, Herbiziden oder Pestiziden aus schreibt Sönke lauterbach, Generalsekretär der Deutschen Reiterlichen Vereinigung

POLITISCHES BÜNDNIS GEGEN MEERESMÜLL

Nach den G 7 haben sich jetzt auch die G 20 auf einen Aktionsplan gegen Meeresmüll geeinigt. Man beabsichtigt  ihre Politik stärker auf Abfallvermeidung, nachhaltiges Abfallmanagement und
Ressourceneffizienz ausrichten.

DIALOGFORUM 2017 - SPORT ALS IMPULSGEBER

„Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte zur Eröffnung: „Seit
mehr als 20 Jahren arbeiten wir Umweltschützer gut mit dem Sport
zusammen. Das war und ist nicht immer eine Selbstverständlichkeit (...) Heute geht es darum, die sich verändernde Sport- und
Freizeitwelt mit Natur- und Klimaschutzanforderungen in Einklang zu
bringen. Das betrifft zum Bei-spiel die Anreise zu Sportveranstaltungen
oder den Umgang mit neuen Natursporttrends. Ein nachhaltig
ausgerichteter Sport kann auch Impulse für mehr Nachhaltigkeit in anderen
gesellschaftlichen Bereichen setzen.“

BUNDESNATURSCHUTZ-GESETZ WIRD 40

Ein erster Schritt zum
Bundesnaturschutzgesetz war zunächst das Umweltprogramm der
Bundesregierung im Jahr 1971. Ein wichtiger
Anstoß für die Umweltpolitik, der unter anderem in der Verabschiedung des Bundesnaturschutzgesetzes 1976 mündete. 2002 und 2010 kam dann die so wichtige Formulierung des Betretungsrechts, dem Grundrecht der Sportaktiven.

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